Die Geschichte des Corso Leopold

Der heutige Corso Leopold hat eine bewegte Geschichte. Hier könnt ihr sie in Teilen nachlesen.

Ein herzliches Dankeschön gilt unseren Mitgliedern Wolfgang Roucka für viele super Bilder und Helmut Brunn für das grundlegende Zusammentragen etlicher historischer Daten.

  • 1982

    Zur Zeit der Friedensbewegung hatte sich eine „Schwabinger Friedensinitiative“ aus einer Freundesclique, meist “Alt-`68er“, u. a. mit Ekkehard Pascoe (im Folgenden oft mit EP abgekürzt), dann seit 1992 Mitglied im Schwabinger Bezirksausschuss, Thomas Pampuch, Winfried Krämer und Wolfgang Heuss gebildet,

  • 1994

    In ihrer Publikation „Schwabing Extra“ vom Juli 1994 findet sich erstmalig die Forderung „Freiheit für die Leopoldstraße“ mit dem von Thomas Pampuch formulierten Vorschlag:
    „Von Samstagnachmittag  (damals war der gesetzliche Ladenschluss für alle Geschäfte 14h) bis Sonntagnacht soll die Leopoldstraße von Mai bis Oktober für den Autoverkehr gesperrt werden. 33 Stunden soll die Straße nur Fußgängern und Radfahrern gehören, Spaziergänger und Straßencaféhockern, Federballspielern und Gauklern, Liebespaaren und Familien, Kinderwagen und Rollstuhlfahrern. Kein wöchentliches Volksfest, sondern friedliches Treiben am Wochenende.

    Die Idee heißt CORSO LEOPOLD – benannt auf Vorschlag von Ekke Pascoe, einem Italienliebhaber, unterstützt durch eine Zeichnung der Leopoldstraße nur mit Fußgängern sowie einem Logo.

    CORSO – übersetzt schlicht „(Pferde)-Rennbahn“ – hatte sich mit einer weiteren neuen Bedeutung in Rom entwickelt, als man im 18. Jahrhundert die nach Norden führende Via Flaminia während des Straßen-Karnevals (Goethe hat darüber mit einem langen Kapitel in seiner „Italienischen Reise“ begeistert berichtet) auch für Wettkämpfe mit reiterlosen Pferden nutzte. Dieser Brauch führte deshalb für diese Flaniermeile zur Umbenennung in „Via del Corso“.
    Zahlreiche italienische Städte hatten dann diese Bezeichnung übernommen für ihre spezielle Straße bzw. Straßenabschnitt, fast immer ohne Autoverkehr mit vielen kleinen Geschäften, wo man vor dem Abendessen – oft verbunden mit einem Aperitif - zum Sehen und Gesehenwerden, insbesondere der Jugend, auf und abflanierte, wofür sich das Verb einbürgerte:„Fare le vasche“ (ausgesprochen „was-ke“; sinngemäß übersetzt: Es machen wie das Wasser, das in der Badewanne hin- und herschwappt): Also die Nutzung einer Straße im Sinne einer freien Zivilgesellschaft, im Gegensatz zu einem Missbrauch des öffentlichen Raums, wie es 1935 ein Münchner Ratsherr zur Verbreitung und Stärkung der NS-Ideologie formuliert hatte: „Wir müssen ein Fest nach dem anderen jagen, damit der Barometerstand nicht sinkt“.

    1994
  • 1996

    1996 hatte man - wie dann auch 1997 - von der Münchner Umweltinitiative „Green City e.V.“ - unabhängig von der 1994er-Idee aus Schwabing -  im Zusammenhang mit einem „Street Life European Car Freeday“ auch in München einen „1. Mobilen autofreien Tages/Mobil ohne Auto“, d. h. eine Demonstration in Form einer Fahrrad-Sternfahrt vom Königsplatz aus (später erweitert mit Start aus ca. 60 Orten aus dem Münchner Umland) mit einer Kundgebung am Ende zum Odeonsplatz, durchgeführt.

  • 2000

    2000 genehmigte die Vollversammlung des Stadtrates München für diese Fahrrad-Sternfahrt neben anderen Straßen auch eine Sperrung von Leopoldstraße und Ludwigstraße mit Endpunkt Odeonsplatz, an der auch ca. 20 Personen per Fahrrad aus dem nicht fest-organisierten Umkreis der Publikation „Schwabing Extra“ teilnahmen.

  • 2001

    2001 erreichte Green City e.V. die Genehmigung – sogar mit Beteiligung der Stadt München, unter Federführung des „Referates für Gesundheit und Umwelt“ – für einen europaweiten autofreien Tag am Samstag, dem 22. 09. 2001, mit einem Wechsel ihrer bisherige Schluss-Veranstaltung „Street-Life-Festival“ auf die gesamte Ludwigstraße/Leopoldstraße.

  • 2003

    Am 28. Februar 2003  erfolgte endlich seitens der Stadt München für einen Trägerkreis aus: Green City e.V, Referat für Gesundheit und Umweltschutz,  KVR,  CORSO LEOPOLD, MVG, (wohl noch mit weiteren Organisationen wie ADFC und Bund Naturschutz) , die offizielle Genehmigung für ein „STREET-LIFE-FESTIVAL und CORSO LEOPOLD“ mit zwei Wochenendveranstaltungen auf Leopoldstraße und Ludwigstraße.

    2003
  • 2004

    Der 20. Januar 2004 ging dann als Gründungsdatum des CORSO LEOPOLD e.V., gemeinnütziger Verein für Kunst – Kultur – Umweltschutz, in die Geschichte ein.

    Die Mitglieder des Gründungvorstandes: Ekkehard Pascoe (1. Vorsitzender), Renate Müllner, Stefan Eibl, Markus Hollemann, Annette Haller, Benjamin David und Hermann Zimmerer).

  • 2009

    GREEN CITY e.V. und CORSO LEOPOLD e.V. richten die Organisation neu aus: Das Streetlife Festival südlich der Kreuzung Georgenstraße wird von Green City ausgerichtet und organsiert, der Bereich nördlich davon bis hoch zu Münchner Greihet vom Corso Leopold.

    Trotz getrennter Progammarbeit und Vermarktung bleibt die Zusammenarbeit im Hintergund bezüglich zentraler organisatorischen Fragen wie Verkehrskonzpte oder auch Sicherheit eng und partnerschaftlich.

  • 2017

    Nach langjähriger Tätigkeit im Vorstand treten Ulrike Bührlen und Benjamin David nicht mehr für den Vorstand im Corso Leopold e.V. an. Der Verein dankt beiden für ihre Arbeit und ihr herausragendes Engagment.

    Ulrike Bührlen bleibt aber den Corso erhalten – sie wir auch weiterhin federführend im Corso Leopold Organsiationsteam mitarbeiten.

  • 2018

    Bei einem Glas Wein entwickeln Vorso Leopld Vorstandsmitglied Andreas Keck und Michael Urban, Wirt des La Bohème im neuen Stadtviertel Schwabinger Tor, die Idee, den Corso Leopold weiter in den Norden zu holen und bis ins Schwabinger Tor reichen zu lassen. Ein spontanes Treffen mit Steffen Warlich, Marketingchef der Hurler Gruppem dem Eigentümer des Geländes, brachte dann den Stein schnell ins Rollen.

    2018
  • März 2019

    Der Stadtrat genehmigt die Verlängerung des Corso Leopold bis zur Kreuzung Rheinstr./Potsdamerstr. Im Mai 2019 endet der CORSO LEOPOLD damit erstmals nicht an der Münchner Freiheit sondern reicht bis rein ins Schwabinger Tor. Und es entstehen neue Ideen, wie das FORUM-E und der FORUM-E-Kongress.

    März 2019
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