Münchens großes Straßenfest.

Wo sonst Automobile das Straßenbild beherrschen, erobern wir die Straße für die Bürger zurück. Das gelingt seit 2000 zweimal im Jahr bestens und begeistert jährlich bis zu 500.000 Flaneure an je einem Wochenende im Juni und September. Auf 2,3 km zwischen Odeonsplatz und Münchner Freiheit und zukünftig weiter bis ins Schwabinger Tor hinein bilden nördlich der Georgenstraße auf dem Corso Leopold Kunst und Kultur den Schwerpunkt. Musik, Malerei, Theater, internationale Kulturen, Kulinarik, Kunsthandwerk und nicht zuletzt Politik und Vereine laden die Flaneure zum inspirierenden Staunen und geselligen Miteinander ein.

Grußwort Schirmherr OB Dieter Reiter

OB Dieter Reiter

Endlich wieder da, der Corso Leopold! Und mit ihm die Verwandlung der Leopoldstraße und damit der Hauptverkehrsachse Schwabings in eine autofreie Flaniermeile, auf der Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Verbände die Möglichkeit nutzen, normalerweise stark befahrene Flächen temporär umzugestalten und ihre Ideen einem breiten Publikum zu präsentieren. Musiker, Künstler, Literaten, Kabarettisten und Kulturschaffende präsentieren ihre Werke auf Bühnen und in Ausstellungen auf der Straße. Alljährlich zieht der Corso Leopold dabei zusammen mit dem gleichzeitigen Streetlife Festival hunderttausende Münchnerinnen und Münchner an, aber auch zahlreiche Gäste aus nah und fern.

So weit wie gehabt – aber jetzt kommt's: Aufgrund des großen Zuspruchs hat die Stadt eine deutliche Ausweitung der Veranstaltungsfläche nach Norden beschlossen und damit Raum für noch mehr Projekte geschaffen. Und die bespielt der Corso Leopold mit einem fulminanten Reigen aus Mobilität, Kunst, Kultur und heuer insbesondere auch Politik. Wobei ihm die aktuellen Ereignisse geradezu in die Hand gespielt haben. Schließlich wird das Veranstaltungswochenende nicht nur von der Europawahl überlagert, sondern findet auch nur einen Tag nach der 70-jährigen Wiederkehr des Inkrafttretens unseres Grundgesetzes statt. Vor allem die Verfassungsfeier des Corso Leopold mit den Schwerpunkten Einigkeit und Recht und Freiheit verspricht dabei spannende Einblicke in ganz neue Themenbereiche dieses populären Straßenfestivals.

Sehr gerne habe ich deshalb auch die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen. Den Organisatoren des Vereins, dem Kulturreferat, dem Bezirksausschuss 12 sowie allen anderen Mitwirkenden danke ich ausdrücklich für ihren großen Einsatz und heiße alle Besucherinnen und Besucher des Corso Leopold 2019 herzlich willkommen.

Dieter Reiter
Oberbürgermeister Landeshauptstadt München

Grußwort StM Dr. Florian Herrmann MdL

Ekkehard Pascoe

Die Leopoldstraße ist der Prachtboulevard der Landeshauptstadt. Bei vielen besonderen Gelegenheiten war er schon eine Fest- und Feiermeile. Regelmäßig zweimal im Jahr wird aus ihm eine bunte und fröhliche Fußgängerzone mit einem attraktiven Angebot für Jung und Alt.

In diesem Mai steht der Corso Leopold ganz im Zeichen des Jubiläums unseres Grundgesetzes. Es wird 70 Jahre alt. Dafür dürfen wir dankbar, darauf dürfen wir stolz sein! Es hat uns durch die Nachkriegszeit geleitet und Deutschland zu einem demokratischen und wohlhabenden Staat gemacht, der sich überall in der Welt Anerkennung erworben hat. Seine größte Bewährungsprobe bestand das Grundgesetz bei der Wiedervereinigung vor 30 Jahren.

Am 26. Mai finden die Wahlen zum Europäischen Parlament statt. Das bietet eine gute Gelegenheit, um uns den Sinn der europäischen Integration zu vergegenwärtigen. Brachte uns das Grundgesetz die Demokratie, den Rechts- und den Sozialstaat, so brachte uns Europa Frieden, Verständigung, Versöhnung und Wohlstand. Wo über Jahrhunderte hinweg Kriege mit schrecklichen Verlusten tobten, finden wir heute offene Grenzen für Waren, Menschen, Dienstleistungen und Ideen. Europa ist vereint im Handel, in der Ausbildung junger Menschen, bei der Arbeit oder bei der Sicherheit seiner Bürgerinnen und Bürger. Vieles kann nur auf europäischer Ebene im Dialog unter Partnern gelöst werden. Die Welt um uns hat sich so entwickelt, dass die großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nur gemeinsam angegangen werden können. Nur als Europäer wird es uns gelingen, unser Modell der persönlichen Freiheit, der Sozialen Marktwirtschaft oder des verantwortungsvollen Umgangs mit unseren natürlichen Ressourcen auf Dauer zu verteidigen und für andere attraktiv zu erhalten. Jetzt gilt es, die europäische Idee zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern weiterzuentwickeln und in eine gute Zukunft zu führen. Informieren Sie sich auf dem Corso Leopold und geben Sie Europa am 26. Mai Ihre Stimme – gehen Sie zur Europawahl!

Ich danke allen Mitwirkenden und wünsche den Gästen viel Vergnügen auf einer der schönsten Festmeilen unseres Landes.

Dr. Florian Herrmann, MdL
Leiter der Bayerischen Staatskanzlei
Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Medien

Grußwort des Vorsitzenden des Corso Leopold e.V.

Ekkehard Pascoe

Programm des Corso Leopold 2019: Heimat Europa und Verfassungsfeier

Liebe Corsaren,

- die Ihr Besucher unserer Veranstaltung seid: Wir wünschen Euch viel Vergnügen! Nie gab es so interessante Informationen und Unterhaltung zugleich. Bringt Freude am Spektakel mit und eine ausreichende Kondition für den Corso Leopold 2019.
Denn wir muten Euch eine Strecke von deutlich mehr als einem Kilometer Boulevard Leopold zu. Die Mühe des Schlenderns soll sich lohnen, und zugleich etwas bei unseren Besuchern in Kopf bewegen: Straßen-Kultur macht Spaß, weil man nie weiß, was als Nächstes kommt. Kultur, Heimat, Demokratie, Recht und Einigkeit – Begriffe, die sich verbinden zu einer Melange des Schwabing von heute. Zur Orientierung geben wir Euch ein Programmheft und eine Internet-Adresse (www.corso-leopold.de), wo Euch vor Augen geführt wird, was Euch auf Europas größtem Kulturfest geboten wird. Schwabing ist und bleibt Weltstadt – das sollt Ihr auf jedem Meter Corso spüren.
Klar, es ist auch mal laut, es gibt Kartoffeln und Würstchen, es ist mal voll. Aber nehmt Euch Zeit. Es gilt Europa in allen Facetten zu feiern, es gilt unsere wunderbare Verfassung zu feiern, und seid gewiss: Nirgendwo wird Euch Ernstes so mit Lust gepaart vor Augen und Ohren geführt wie hier auf dem Corso Leopold.
Bleibt also ruhig mal stehen, setzt Euch, und dann geht es weiter, bis hinaus (neuerdings) zum Schwabinger Tor. Da gibt’s das Highlight. Nehmt den Weg!

Euer Corso-Team

So ist es: In der Mitte das Rostrum!

Staatsminister Florian Herrmann eröffnete am Samstag, 16.00 Uhr den Corso Leopold, und zwar mit seiner Rede auf der Münchner Freiheit, vom Rostrum herab. Gleichzeitig weihte er das Rostrum ein – für Nicht-Lateiner: Die Rednerkanzel bzw. -tribüne auf dem Forum der Münchner Freiheit. Damit ist hier der Mittel-PUNKT des Corso Leopold definiert. Bisher kennt kaum einer noch den Ort, hat ihn gar gesehen, noch niemals wurde das Rostrum so verwendet. Wurde sie vom Architekten so gedacht? Keiner weiß es. Wir jedenfalls haben das Rostrum auf dem Forum entdeckt und machen es zu einer Bühne für unsere Volksredner.

Dem Staatsminister folgte dortselbst unser Schirmherr, OB Dieter Reiter. Er hielt seine mit Spannung erwarteten Eröffnungsrede zur Verfassungsfeier 2019 (16.30 Uhr, ebd.). Auch für ihn dürfte das Forum erstmals in seiner politischen Funktion erkennbar werden.

Der Corso Leopold präsentierte also stolz das Forum der Münchner Freiheit in seiner eigentlichen Bedeutung. Der städtebaulich so arg vernachlässigte Ort wird ein öffentlicher Versammlungsort der Bürgerschaft. Was umso bedeutsamer ist, als der Platz dem Widerstand gegen Gewaltherrschaft gewidmet ist, einer historischen Basis unserer Verfassung, die wir hier feiern. Die Münchner sollen hier mehr sehen als nur eine Betonschüssel. Für den September ist eine Ausstellung geplant, die architektonische Perspektiven für den Platz aufzeigt. Wir wollen erkennbar machen, dass ein Dach darüber denkbar wäre. Welcher gewaltiger Raum würde entstehen? Welche Bedeutung käme dem Forum nun zu? Wäre es dann nicht der schönste Versammlungs-Raum Münchens?

Wir hoffen, dass wir unsere Eröffnungsredner für diese Idee begeistern konnten. 

Das gab es auch: Demokratie an der Tramschleife

Wer aus den Niederungen des Forums – andererseits: aus der U-Bahn - emporstieg, tauchte auf an einem sehr besonderen Ort: Dem verwandelten Trambahn-Dach. Wird es im normalen Leben als profane Bedeckung der Trambahn-Wendeschleife gebraucht, so darf es nun erscheinen in das, was es ist: Als Kunstwerk, das, von uns ins rechte Licht gerückt, einfach nur Kunstwerk sein darf. Genau hier, dieser neu belebten Raumskulptur, verspricht die New Music Academy bei Tanz, Musik und Gesang die angemessene Entspannung und Lebensfreude. Wer gerade nicht hinsieht, aber noch mehr auf die Augen braucht, der besucht den „Kleinen Onkel“ gleich daneben. Hier beschäftigt sich das Münchner Kollektiv ContrastPunkt mit Licht, Raum und den Anfängen der Fotografie.

Es war nur konsequent, dass wir in der Raumskulptur „Tramschleife“ einem bedeutenden Künstler Platz schafften. Bernhard Springers stellte seine Deutschlandbilder zur Schau. Ich zitiere beispielhaft eine Bildunterschrift.

1967/06/02 BERLIN, KRUMME STRASSE 66/67, HINTERHOF

Den Realbezug muss man sich denken.Das  „Dreieck des Grundgesetzes“ (Genitiv von Lars Mentrup) bot alle Informationen zu Demokratie und Europa an, vermittelt von Münchner Stiftungen und Initiativen.

Schwabing lässt es tanzen

Sei´s drum, weiter ging´s! Südlich der Münchner Freiheit – wir überschreiten die Feilitzschstraße flüssig –, passieren wir den Platz der gottlosen Humanisten und den Markt der Kunsthandwerker (da gibt`s was zu kaufen), um dem Kunstgenuss zu frönen. Am Platz der Schwabinger hat Gitta Rambeck wieder alles versammelt, was in der lokalen Literaten– und Kleinkunst-Szene Rang und Namen hat. Zwei Tage lang könnte man hier einfach nur sitzen und einfach hinhören, die „einleitenden Worte“ von Gitta sind allein eine Reise wert. Wer aber allzu lange verweilt, hat sich vielleicht zu wenig Zeit für die Kunstausstellung von Johannes Hofbauer genommen! In seiner Galerie der Augenblicke verleiht er seinen Sorgen um ein solidarisches Miteinander in Europa ansehnlichen Ausdruck. Kann man so sehen…

Ein hilfreicher Tipp an dieser Stelle: Gehen wird leicht, wenn man tanzt! Unser nächster Programmpunkt sagte daher ganz konsequent „Geh tanzen“! Dreht Euch im Kreis, verrenkt Euch zu Figuren, hoppst wie es Euch gefällt – alles ist möglich. Wem das zu locker ist, bekommt Tanzunterricht. Wem das zu anstrengend war (oder wer sowas nicht braucht), der schaute zu, wie professionelle Formationen über die Bühne schwebten. Eine Schau war das!

Für Frieden und Fußball

Wir nähern uns dem Ziel. Ein solches kann für manche der Kreis der Religionen sein, ein Friedensprojekt der Konfessionen und Religionen, ein Gegenprojekt zur Gottlosigkeit. Die doppelte Negation will Positives sagen: Wer glaubt, hat ein Recht darauf. Glaubensfreiheit ist Gedankenfreiheit, eine europäische Errungenschaft, die einst blutig erkämpft werden musste, die wir immer verteidigen müssen. Es geht nicht m Kirche oder Moschee, sondern um Menschen. Sie versammeln sich im Kreis, über ihre gemeinsame Überzeugung vorzustellen.

An der Franz-Joseph-Straße quert der Bus die Meile. Wir sichern ihm, der im Schritttempo fährt, die Überfahrt mit 6 Helfern. Die Sicherheit ist also im Soll, und aufatmend nach den Gefahren der Busquerung knallen uns die Bässe von einer Bühne um die Ohren – eine erneute Schau! Denn Jungs und Mädchen aus allen Ländern spielen Fußball. Denn Bunt kickt gut, das kann man sehen, weil es um den Turniersieg geht und viel Ehrgeiz im Spiel ist. Stellt Euch an den Zaun und achtet auf Euren Nebenmann: Das ist garantiert ein Talentscout von 1860 München! Die Talente des Meisters sind ja bereits in die Freimanner Talentschmiede eingesammelt. Auch Eltern, die ihren Sprösslingen sportliche Vorbilder zeigen wollen, stehen hier richtig. Nicht weit vom Fußballkäfig gibt`s einen Spielplatz für die kleinen Schwabinger. Mitten auf der Straße kann man sie mitmachen lassen, während man beim Fußball zuschaut oder - gleich gegenüber! - auf der Terrasse der Rhythmen dem Flamenco huldigt. Wie nämlich kann ein Europa-Fest ohne Spanien, Carmen und das Stakkato der Schuhe (mit den Nägeln im Absatz) vorstellen?

Überall auf dem Corso gab es wieder reichlich zu essen und zu trinken. Der Corso Leopold freut sich sehr, dass seine Besucher davon reichlich Gebrauch machten und natürlich Maß hielten. Denn so trägt man zur Finanzierung der Veranstaltung bei. Zu all den optischen Genüssen, den anstrengenden Beiträgen zur Hirnnahrung und den unglaublich vielen Hör- und Schauerlebnissen soll, ja muss! ausreichend Nahrung in den Bauch kommen. Denn die Wege sind weit.

Übrigens haben wir für den Fall, dass diesen Text zu lesen nicht jedermanns Sache ist, einen grafischen, wunderschönen Flyer gestaltet. Man kann ihn auf unserer Homepage corso-leopold.de nachlesen. Informationen zu allen Programmplätzen sind über einen Link zu öffnen. Unsere neue Homepage ist die reinste Wundertüte. Jeder Termin ist zu finden..

Es lohnte sich.

Aktuelles rund um den Corso Leopold

Ein Blick ins Programm Mai 2019

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